Inhalatoren für Pferde » Übersicht Inhalationssysteme

Bei Atemwegserkrankungen haben sich beim Pferd Inhaliergeräte bzw. Inhalatoren/ Ultraschallinhalatoren als Unterstützung zur Therapie bewährt. Die Inhalationstherapie ist aus der Behandlung bei einer Atemwegserkrankung kaum mehr wegzudenken. Die Inhalationstherapie nutzt hier den natürlichen Atemvorgang, um das Aerosol oder das Inhalat (Medikament) oder Kochsalzlösung in flüssiger Form gemeinsam über die Atemluft in die Atemwege zu verbringen.

Doch wer sich einen Inhalator anschaffen möchte für sein Tier, sollte einige wichtige Kriterien beachten. Auch der Tierarzt / Tierklinik kann hier Empfehlungen geben, welche Inhalatoren infrage kommen. Je nach Verordnung der Medikamente können unterschiedliche Modelle Sinn machen.

Es gibt 3 verschiede Systeme für die Inhalationstherapie

  • Vernebler/ Ultraschallinhalatoren/ Nebulizer
  • Inhalierhilfen / Spacer
  • Pulverinhalatoren oder Sprays

Bewährt haben sich die unterschiedlichen Varianten von Veneblern bei Pferden und Kleintieren

Es gibt 3 verschiedene Typen von Inhalatoren

  • Düsenvernebler / Inhalatoren mit Kompressor
  • Ultraschall Inhalatoren
  • Mesh-Technologie Inhalatoren

Bei welchen Problemen werden Inhaliergeräte beim Pferd eingesetzt

Die Bandbreite der Beschwerden ist sehr groß, die sich mit einem Inhaliergerät / Inhalator behandeln lassen. Von Husten, Bronchtis, Lungenentzündung, Allergien (z.B. Stauballergie) bis zu chronischen Lungenerkrankungen wie COBD, IAO, RAO oder Dämpfigkeit, kann eine Inhalationstherapie eine Besserung bringen.

Der aktuelle Oberbegriff in der wissenschaftlichen Literatur ist seit 2015 Equines Asthma.

Der unschlagbare Vorteil der Inhalationstherapie mit einem Ultraschallvernebler liegt bei einer kurzen Anwendungsdauer und den weniger auftretenden Nebenwirkungen als bei einer systemischen Therapie. Die Reaktionen (Nebenwirkungen) auf Medikamente ist nicht so stark, wie es bei einer oralen oder intravenösen Therapie vorkommen kann. Ähnlich wie in der Humanmedizin wird hier nicht der Umweg über Magen und Blut gewählt, bis der Wirkstoff ankommt. Durch die Vernebelung beim Inhalieren kommen feinste Tröpfchen direkt in der Pferdelunge an, allerdings nur wenn die Partikelgröße/ Teilchengröße stimmt.

Um bis in die Pferdelunge mit der Inhalation zu gelangen ist eine Partikelgröße von 1-5 µm erforderlich.

Die Bronchien werden schneller wieder frei und die Luftzufuhr des Tieres wird deutlich verbessert. Leider sind strombetriebene Inhalatoren häufig sehr laut. Gerade sensible Tiere lassen sich dadurch verschrecken. Eine Alternative sind akkubetriebene Inhaliergeräte oder die Anwendung von Medikamentenspray. Das Einatmen kann mit einer Inhalierhilfe oder einer Atemmaske vereinfacht werden.

Wie funktioniert ein Inhaliergerät beim Pferd?

Bei den Inhalatoren, die mit Ultraschall arbeiten, wird die Flüssigkeit in feinste Partikel zerstäubt und das Tier kann sie einfach einatmen. Mit einer Maske, die dem Pferd über das Maul und den Pferdekopf gezogen wird, werden die Medikamente eingeatmet. Von dort gelangen die Substanzen direkt in die Lunge. Hier sind allerdings die technischen Informationen der Geräte zu vergleichen. Die Partikelgröße ist hierbei wohl der wichtigste Aspekt. Geräte mit den denen keine Partikelgröße < 5 µm erreicht wird, werden auch nicht in die unteren Atemwege gelangen.

Für den Einsatz von Dosieraerosolen gibt es spezielle Geräte. Die Dosieraerosole lassen sich natürlich nicht einfach dem Pferd ins Maul sprühen. Entweder man halt den „Spacer“ an eine Nüster oder mittlerweile gibt es auch schon bei den Ultraschallmasken einen Aufsatz für Dosiererosole. Alternativ ist ein sogenannter Spacer, wie diese Inhalationshilfe auch genannt wird, auch ein Einzelgerät erhältlich.

Dieser nimmt den Sprühnebel eines Medikamentensprays auf und leitet ihn in die Maske, über die das Pferd das Heilmittel wieder einatmen kann. 

Welcher Pferdeinhalator ist empfehlenswert?

Bei Einsatz von Inhaliergeräten für Pferde sollte bei Atemwegsbeschwerden grundsätzlich immer eine Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen. 

Die Ultraschallinhalatoren haben ebenso ihre Daseinsberechtigung wie eine Inhalationshilfen. Es kommt immer auf die aktuelle Situation an und was genau erreicht werden soll. 

Wer allerdings auf Saline Lösungen (Kochsalzlösungen) für die Behandlung setzt, wird an einem Ultraschallvernebler kaum vorbeikommen. Hier gibt es unterschiedliche Hersteller. Ich arbeite seit über 10 Jahren mit den Ultraschallinhalatoren von Nebu-Tec. Das Inhalationsset SAHOMA-II für Pferde hat einige sehr wichtige Eigenschaften. Zum Beispiel: mit einem Akku betrieben, Geräuschlos, Schlauchlos und leicht zu handhaben, optimale Partikelgröße und ein exzellenter Output sowie eine optimale Verneblerleistung. Die Verneblereinheit ist einfach in der Reinigung.

Für beide Varianten gibt es eine Menge unterschiedlicher Medikamente als Inhalat, die zur Therapie zur Verfügung stehen. Der Tierarzt kann bei Bedarf auch Substanzen aus der Humanmedizin verschreiben, wenn es für Tiere kein passendes Pendant gibt. Jedoch sollte beim Hersteller des Inhalators erfragt werden, ob das Medikament für den Vernebler anwendbar ist. Nicht alle Medikamente lassen sich einfach so vernebeln. Ätherische Öle sind eher nicht empfehlenswert als Inhalat. Diese können Schleimhautreizungen und Bronchospasmen hervorrufen. Auf würde ein Ultraschallvernebler nicht lange leben bei Verwendung solcher Substanzen.

Ein Blick ins Detail von Pferdeinhalatoren

Nahezu alle Inhalatoren nutzen eine Inhalationsmaske, die über Ventile verfügt. Über ein Ventil wird Frischluft zugeführt, während ein anderes Ventil die verbrauchte Atemluft abführt. Die Masken sitzen sehr dicht am Kopf, sodass diese Ventile notwendig sind.

Die bekanntesten Inhalatoren dürften die Geräte mit Ultraschall sein. Hier wird mithilfe einer Kontaktflüssigkeit eine Membran in Schwingungen versetzt. Diese Membran gibt die Schwingungen dann an den Medikamentenbecher ab, wo die Wirkstoffe vernebelt werden. Die superfeinen Partikel werden dann ganz einfach über die Verneblungseinheit eingeatmet.

Membranvernebler vereinen die Vorteile der Düsen-und UIltraschalltechnik. Es wird hier der „Piezoeeffekt“ genutzt. Hierbei wird eine Hochfrequenzschwingung auf eine dünne Membran aus Edelmetall übertragen. Durch die geringen Frequenzen können auch Arzneistoffe eingesetzt werden.  Hier sollten Sie aber immer mit dem Hersteller sprechen, welche Arzneistoffe verwendet werden können. 

Dosieraerosoladapter
Mesh Verneblereinheit

Ein weiterer Vorteil ist bei diesen Geräten, dass Sie mit einem entsprechenden Aufsatz Dosieraerosole zur Anwendung bringen können. 

Diese Geräte sind auch Varianten, die nicht nur im Stall, sondern sich auf Grund des Akkus ortsunabhängig auch auf der Weide nutzen lassen.

Die Vernebelungsleistung des jeweiligen Inhalators unterscheidet sich oft drastisch. 

Vergleichen und informieren ist hier die beste Lösung. Auch Erfahrungen von Pferdefreunden kann hier hilfreich sein. 

Anwendungstipps für die Inhalation beim Pferd

Im besten Fall kombinieren Sie die tägliche Inhalation mit vorausgehender oder anschließender moderater Bewegung Ihres Pferdes.

Es ist immer der Gesundheitszustand des Pferdes zu beachten. Ein ein flotter Spaziergang an der Hand oder auch intensive Galopparbeit unter dem Reiter sind möglich. Dies ist abhängig vom Erkrankungsgrad, der Leistungsbereitschaft, vom Alter und vom Vorhandensein weiterer Erkrankungen. Im Zweifelsfalls beraten Sie sich immer mit Ihrem Tierarzt!!

Ihr Pferd sollte auf keinen Fall konditionell überfordert werden, da eine akut oder chronisch angegriffene Lunge den Körper nicht in dem Maße versorgen kann wie die eines gesunden Pferdes.

Die körpereigene Lungenreinigung wird vor allem durch Bewegung und der damit verbundenen verbesserten Durchblutung des Gewebes angesprochen. Eine gute Kombination ist Bewegung-Inhalation-Bewegung.

Bringt man das Pferd vor der geplanten Inhalationseinheit etwas in Wallung, ist das Lungengewebe bereits gut durchblutet und die Schleimhaut kann die vernebelte Lösung besonders gut aufnehmen und nutzen.

Nach der Inhalation kann der durch die Kochsalzlösung gelockerte Schleim sehr effektiv durch die Eigenbewegung des Pferdes aus der Lunge nach oben transportiert und abgehustet bzw. unbemerkt abgeschluckt werden. Eine grundsätzlich bodennahe Fütterung ist anzuraten. Das Pferd sollte den Kopf senken, damit anfallender Schleim gut abfließen kann.